Test zum Roku TV Stick SE

Was kann die kleine Set-Top-Box aus Amerika?


Seit dem Erscheinen der ersten Streaming-Sticks und Smart-TVs ist der Markt im Wachstum. Ein besonderer Treiber war dabei die Coronapandemie. Alleine in den ersten drei Quartalen des Jahres 2021, konnte laut der gfu Consumer & Home Electronics GmbH ein Wachstum von 86 Prozent verzeichnet werden.

Neben Anbietern wie Google, Apple und Amazon, produziert auch die Roku Incorporated seit 2008 Streaming-Player, die vor allem auf einen günstigen Preis setzen.

Kurzvorstellung das Unternehmen Roku Inc.

Die heute Roku Incorporated wurde im Oktober 2002 als Roku LLC von Anthony Wood ins Leben gerufen. Dieser war vorher Mitbegründer des Unternehmens Replay TV, das sich auf die Herstellung von digitalen Videorekordern spezialisiert hatte.

Die Roku LLC entwickelte 2007 ihre erste Set-Top-Box in Zusammenarbeit mit Netflix. Der Verkauf und die Vermarktung wurde in der Folge durch Roku selbst getragen, da sich Netflix aus dem Projekt zurückzog.

Durch den kommerziellen Erfolg beflügelt, ging die Roku LLC an die Börse und wandelte sich in die heute bekannte Roku Incorporated um. Das Geschäft wurde deutlich ausgebaut und umfasst aktuell sowohl Hardware- als auch Softwareprodukte.

Diese Produkte bietet die Roku Inc. an

Die Roku Inc. besitzt eine breite Produktpalette und umfasst unter anderem:

  • Streaming Player
  • Smart-TVs
  • Audio Player


Die Smart-TVs werden unter anderem von Sharp und TCP lizenziert. Daneben kündigte das Unternehmen im März 2023 eine Kooperation mit Best Buy an. Somit dürfen exklusive Einzelhändler die Roku Select- und Plus-Reihe anbieten (aktuell nur in den USA). Auch das Betriebssystem Roku OS, kann von anderen Unternehmen lizenziert werden. Private Entwickler dürfen auf Basis von Roku OS eigene Kanäle entwickeln.

Besonderheiten des Betriebssystems Roku OS

Bei Roku OS handelt es sich um eine spezielle Linux-Distribution, die auf allen Endgeräten von Roku Inc. zum Einsatz kommt. Durch ein frei verfügbares Software Development Kit, darf zudem jeder Benutzer eigene Kanäle erstellen.

Daneben bietet Roku auch einen eigenen, per Werbung finanzierten Kanal an. Roku OS besticht dabei durch eine schnörkellose und übersichtliche Oberfläche. Neue Kanäle als auch Apps können über den integrierten Appstore heruntergeladen und installiert werden.

Trotz der schwachen Hardware, ist das System ausreichend schnell und bietet ein ruckelfreies Vergnügen. Dabei kommen ausschließlich MIPS-Prozessoren zum Einsatz, die durch ihren geringen Stromverbrauch perfekt für Streaming-Sticks sind.

Lieferumfang des Roku TV Stick SE

Eines der Produkte, welche von der Roku Inc. angeboten wird, ist der Roku TV Stick SE. Dieser basiert technisch auf dem höherwertigen Roku Express, allerdings wurde die Software komprimiert und bietet weniger Funktionen, doch dazu später mehr.

Zum Lieferumfang des Roku T-Sticks SE gehören:

  • Roku TV-Stick SE
  • Fernbedienung inklusive AAA-Batterien
  • Micro-USB Stromkabel
  • HDMI-Kabel
  • Klebestreifen doppelseitig
  • Schnellstartanleitung
  • Roku-Werbeaufkleber


Verpackungsinhalt Roku TV-Stick SE


Der Umfang des Pakets kann sich durchaus sehen lassen und dass passende Batterien dabei sind, ist bei Preisen im unteren zweistelligen Bereich nicht selbstverständlich. Darüber hinaus ist der Streaming-Player sehr klein und kann dank der mitgelieferten Klebestreifen auf der Rückseite des Fernsehers angebracht werden.

Es ist interessant, dass kein Zubehör dazugekauft werden muss, sodass man mit einem HDMI-fähigen Fernseher und WLAN-Router direkt loslegen kann. Daneben gibt es noch eine gedruckte Quick-Start-Anleitung für praktische Hilfestellungen, allerdings ist die Einrichtung auch als Laie schnell und einfach abgeschlossen. Beachten muss man aber, dass kein Netzteil dabei ist.

Somit muss der Roku TV Stick entweder über ein handelsübliches Smartphone-Netzteil oder über die USB Typ-A-Schnittstelle des TVs angeschlossen werden.

Im Test: das bietet der Roku TV Stick SE

Bei dem Roku TV Stick SE handelt es sich technisch um eine abgespeckte Variante des Roku Express Streaming-Dongles. Damit markiert der SE den Einstieg in die Streamingwelt von Roku. Deutlich wird dies auch dadurch, dass anstatt einer USB Typ-C-Schnittstelle noch ein Micro-USB-Slot verwendet wird.

Obwohl die Ausstattung gering ausfällt, startet der kleine Streaming-Stick sehr schnell. In wenigen Sekunden befindet man sich auf der Benutzeroberfläche wieder, wo man bereits durch die einzelnen Kanäle schalten kann.


Ersteinrichtung Roku TV-Stick SE


Zu Beginn muss der Stick erst einmal eingerichtet werden. Bei der Einrichtung wird man an die Hand genommen und innerhalb weniger Minuten ist der TV-Stick SE eingerichtet. Hier hilft einem auch die englische sowie deutsche Schnellstartanleitung weiter.

Die Reaktionsgeschwindigkeit der Fernbedienung ist auf einem hohen Niveau und die Tasten haben einen guten Druckpunkt. Sperrig ist natürlich die Tastatureingabe mittels Fernbedienung, dies gilt natürlich für alle Hersteller.

Selbstverständlich gibt es auch Kurzwahltasten, die die Anbieter Netflix, Spotify, Apple TV und Rakuten TV umfassen.

Alternativ kann das Smartphone oder Tablet per App mit dem Roku TV-Stick verbunden werden. Auch hier geht die Reaktionsgeschwindigkeit mehr als in Ordnung. Highlight ist aber die Spracheingabe. Diese reagiert schneller als die Variante mit virtueller Tastatur. Es sollten allerdings nur schnelle Befehle wie beispielsweise „Netflix“ gesagt werden.

Die Auswahl an Kanälen kann sich sehen lassen und so sind alle gängigen Anbieter dabei. Dazu zählen:


Ferner gibt es auch noch Channels von:


Einige dieser Kanäle sind bereits vorinstalliert, während andere wie beispielsweise Bild TV hinzugefügt werden müssen. Dies geht einfach über den Button „Channel hinzufügen“. Daneben besteht die Möglichkeit, kleine Spiele wie „Tetris“ oder „Snake“ zu installieren. Auch gibt es noch andere Apps, wobei Webbrowser komplett fehlen.

Getrübt wird die Stimmung dadurch, dass sich die Schriftgröße des Menüs nicht einstellen lässt, was besonders bei kleinen Fernsehern von Bedeutung wäre. Einen weiteren Kritikpunkt gibt es bei den möglichen Auflösungen, denn es steht lediglich HD-Qualität und Stereoton zur Auswahl. UHD oder DolbyVision sucht man vergebens. Wird der Stick bei heißen Außentemperaturen viele Stunden lang genutzt, so kann es stellenweise zu Rucklern kommen. In dieser Zeit heizt sich dieser auch recht stark auf.

Vor- und Nachteile sowie technische Spezifikationen in der Übersicht

Vorteile:

  • einfach zu bedienen
  • günstig in der Anschaffung
  • ein HDMI-Kabel wird mitgeliefert


Nachteile:

  • nur HD-Qualität verfügbar
  • bei Dauerlast, kann es zu Rucklern kommen

Technische Daten: Roku TV-Stick SE
CPU MIPS-Prozessor 600 Mhz
RAM 512 MB RAM
Grafik-Schnittstelle OpenGL ES 2.0
Betriebssystem Roku OS Version 11 (Auslieferungszustand)
WLAN-Standards 802.11 b/g/n Single Band


Weitere technische Informationen können hier eingesehen werden.

So schlägt sich der Roku TV Stick SE gegen Amazon Fire TV Lite und Google Chromecast

Der Roku TV-Stick SE ist für preisbewusste Käufer gedacht, die damit entweder in die Streamingwelt einsteigen oder diesen als Zweitgerät nutzen wollen. In eine ähnliche Sparte geht auch der Amazon Fire TV Lite Stick.

Bezüglich des Designs hat dieser die Nase vorn, denn er wirkt insgesamt wertiger als der Stick von Roku. Auch bezüglich der Ausstattung hat der Fire TV Lite die Nase vorn, denn er schlägt den Roku TV Stick SE in allen Bereichen.

Ein weiterer Pluspunkt ist die Alexa-Sprachfernbedienung, wodurch für Sprachbefehle kein Smartphone gebraucht wird. Allerdings ist die Oberfläche verwirrender als bei Roku. Ebenso ist der Fire TV Lite doppelt so teuer.

Ähnlich verhält es sich mit der aktuellen Generation des Google Chromecast. Diese bietet deutlich mehr als der Roku ist aber auch mal eben dreimal so teuer. Ein Segen ist die Fernbedienung, mit der schnell Ergebnisse erzielt werden. Dank Google Assistant, kann nach Filmen mit bestimmten Schauspielern gesucht werden.

Bezüglich der Oberfläche hat allerdings auch hier der Roku TV-Stick die Nase vorne, während der Google Chromecast schnell überladen wirkt.

Roku TV-Stick SE Amazon Fire TV-Stick Lite Google Chromecast Gen. 3 (4K)
CPU MIPS 600 MHz Mediatek 1.000 MHz Amlogic 1.900 MHz
RAM 512 MB 1.024 MB 2.048 MB
Anschlüsse 1x HDMI
1x Micro-USB
1x HDMI
1x Micro-USB
1x HDMI
1x USB Typ-C
Auflösungen HD HD, UHD HD, UHD, 4K
Preis (UVP) 17,99 Euro 34,99 Euro 66,99 Euro
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Roku TV: ein Blick in die Zukunft

Bei der Roku Incoroporated handelt es sich um einen Anbieter, der kostengünstige Streaminglösungen anbietet. Dabei ist der Anbieter noch nicht lange auf dem deutschen Markt aktiv und muss sich daher noch etablieren. Dadurch kam für das vierte Quartal 2022 auch ein Verlust in Höhe von 95,2 Millionen nach EBITDA zustande.

Nach den Einstiegshürden dürfte Roku Inc. mit Sicherheit seine Stellung ausbauen können. Bei preisbewussten Käufern sind die Geräte in Zukunft bestimmt gefragt. Aufgrund des offenen Betriebssystems werden auch Entwickler interessiert sein.

Fazit

Roku hat sich auf die Entwicklung von günstigen Streaming-Playern spezialisiert. Es verwundert daher auch nicht, dass der Roku TV Stick SE technisch eher schlecht gegenüber Konkurrenzprodukte wie Google Chromecast abschneidet.

Allerdings ist dies auch nicht weiter tragisch, denn der kleine Stick hat seine ganz eigenen Stärken. Zuerst einmal, wäre da der Lieferumfang. So wird neben dem Stick auch noch ein hochwertiges HDMI-Kabel als auch AAA-Batterien mitgeliefert. Eine weitere Stärke ist die einfache Einrichtung und Menüführung, sodass man schnell frustfrei starten kann.

Zwar kann der Streaming-Stick SE nur HD-Qualität darstellen, was aber auch nicht dramatisch ist. Der Hintergrund ist, dass durch den Roku TV-Stick SE alte Fernseher auf einen aktuellen Stand gebracht werden sollen und das ist damit kostengünstig möglich.

Darüber hinaus sollten alle Streaming-Skeptiker diesem kleinen Gerät eine Chance geben – es lohnt sich.


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