Alice TV - Der knallharte Praxistest
"AliceTV" IPTV auf Herz und Nieren geprüft!
Alice-TV im Praxischeck
Unseren Test haben wir in einem Anschlussgebiet im Osten von Berlin durchgeführt. Dort standen uns bislang 7 Mbit/s Downstream für das Internet zur Verfügung. Diese relativ geringe Bandbreit musste sich in unserem Test Alice-TV mit der Internetverbindung teilen. Das stellt für den TV-Empfang aber kein Problem dar, denn die TV-Datenströme von 2 bis 3 Mbit/s werden gegenüber denen fürs Internet generell bevorzugt behandelt. Es kommt also zu keiner Beeinträchtigung des Bildes, wenn man im Internet surft oder telefoniert. Der Verbindungsqualität von Telefongesprächen schadet IPTV dabei grundsätzlich nicht.
Unser Anschluss in Berlin befand sich jedoch sehr weit von der Vermittlungsstelle entfernt. Es kam deshalb anfangs immer wieder zu Bildaussetzern. Diese scheinen bei Alice-TV-Kunden zum Zeitpunkt des Anschlusses keine Ausnahme zu sein. Denn in der Kurzanleitung wird auf eine mögliche mangelnde Bildqualität und auf eine Servicenummer hingewiesen. Diese mussten wir für 14 ct/min gleich mehrmals in Anspruch nehmen, bis das Ergebnis zufrieden stellend war. Es kam in Folge der Empfangsprobleme sogar zu einem Komplettausfall der Set-Top-Box und wir mussten den Netzstecker ziehen, weil das Gerät nicht mehr reagierte. Im Gespräch mit der Technik-Abteilung Hansenets, war man bereit uns daraufhin zurückzurufen. Das Problem wurde letztendlich durch Änderungen an der Priorisierung im Datenverkehr behoben.
Die technischen Probleme seien im Folgenden unberücksichtigt, denn zum Testzeitpunkt funktionierte Alice-TV ohne derartige Probleme. Und bei den Teilnehmern, die 16 Mbit/s zur Verfügung haben und die sich nah an der Vermittlungsstelle befinden, sind derartige Probleme unwahrscheinlich. Dennoch bleibt der negative erste Eindruck, dass Hansenet uns IPTV hätte nicht bereitstellen dürfen.
Start der Set-Top-Box

Fährt die Box zum ersten Mal hoch, wird ein
Software-Upgrade durchgeführt
Nachdem das Gerät den Software-Upgrade durchgeführt, beginnt der eigentliche Startvorgang. Dieser muss auch immer dann durchgeführt werden, wenn das Gerät vom Netz getrennt und wieder angeschlossen wird.
Da der Vorgang mit 140 Sekunden sehr lang dauert, sollte man also das Gerät erst gar nicht vom Netz trennen. Eine Steckerleiste mit Kippschalter kann man also für das Gerät nicht empfehlen.
Klarer Nachteil des Dauerbetriebs: der erhöhte Stromverbrauch. Bei einem Start aus dem Standby-Modus ist das Gerät aber sofort startklar und wechselt direkt zu den Programmen. Ansonsten erscheint die Startseite von Alice-TV, zu der man auch stets über einen Knopf der Fernbedienung (siehe unten) zurückkehren kann.

Unseren Test zur Beurteilung der Fernsehbilder und Funktionen der Box führten wir mit einem LCD-Flachbildschirm durch (Humax LDE-HD32S). Seine 32 Zoll und 1366 x 768 Bildpunkte entsprechen in etwa den Durchschnittsdaten von Flachbildschirmen in deutschen Haushalten. Auch weil die Abruffilme sowie zunehmend die Programme der großen Sendeanstalten in 16:9 ausgestrahlt werden, wurde bewusst auf einen Test mit einem Röhrenfernseher verzichtet.
Die HDMI-Schnittstelle des HD-ready Fernsehers kam jedoch nicht zum Einsatz. Für Alice-TV mussten wir uns also erstmal mit Scart begnügen. Das ist nicht unproblematisch: Denn das digitale IPTV-Signal wird über die Schnittstelle analog übertragen und entsprechend verlustbehaftet im Display dargestellt. Das passt nicht so ganz ins digitale Fernseh-Zeitalter. Schade.