In Bamberg wurde ein illegales Streaming-Netzwerk hochgenommen. Die drei Verantwortlichen sollen Inhalte von Sky illegal an bis zu 30.000 Kunden weltweit verbreitet haben. Die Männer sitzen jetzt wegen gewerbsmäßigen Computerbetrugs an verschiedenen Orten in Untersuchungshaft
Freiheitsstrafen von sechs Monaten bis zu zehn Jahren möglich
Drei Männer im Alter zwischen 36 und 59 Jahren wird gewerbsmäßiger Computerbetrug vorgeworfen. Hintergrund der Anklage ist ein von den Männern betriebenes Streaming-Netzwerk, das illegal Inhalte von Sky abzweigte und Nutzern zur Verfügung stellte.
Weltweit soll die Plattform dadurch rund 30.000 Nutzer mit Inhalten versorgt haben. Nach Angaben der Zentralstelle Cybercrime Bayern (ZCB) entstand für Sky ein Schaden im zweistelligen Millionenbereich.
Bundesweit führten Einsatzkräfte an 17 Objekten Hausdurchsuchungen durch und beschlagnahmten Bargeld in Höhe von 16.000 Euro sowie weitere 35.000 Euro in Kryptowährungen. Ebenso wurden mehrere Server abgeschaltet und 200 Geräte beschlagnahmt.
Dass es zwei Jahre an Ermittlungsarbeit benötigte, um den drei Männern auf die Schliche zu kommen, erklärte Oberstaatsanwalt Thomas Goger damit, dass es nicht einfach ist, die Serverstruktur zu erkennen und diese Maßnahme Zeit brauche.
Illegales Streaming ist kein Kavaliersdelikt
Seit der Gründung der ZCB im Jahr 2015 sind die Straftaten im Netz signifikant angestiegen. Waren es im Gründungsjahr noch rund 500 Fälle, verzeichnete das Jahr 2024 bereits 18.000 Straftaten. Zur Begehung greifen Kriminelle auch auf künstliche Intelligenz zurück.
Dabei aktiveren diese ein sogenanntes Botnetz. Dieses Netz scannt im Anschluss das Internet nach schwach gesicherten Geräten und führt Phishing-Angriffe durch, um an sensible Daten zu gelangen. Zum Teil geschieht dies ebenfalls über automatisch generierte E-Mails, die Nutzer zum Klick verleiten sollen.
Aus Nutzersicht ist es zudem ebenfalls einfach, an eine illegale IPTV-Box (beziehungsweise Streamingbox) zu gelangen. So gibt es bei diversen großen Onlineplattformen Boxen, die eine große Sendervielfalt versprechen.
Dabei sind die Grenzen fließend. Solange die angebotenen Sender frei empfangbar sind, besteht keine Gefahr. Erst, wenn es sich um Sender mit Ländersperren oder Pay-TV-Sender handelt, wird es illegal. Vertrauen Sie vor dem Kauf daher namhaften Herstellern. Wir empfehlen Ihnen zudem unser Special zu lesen: IPTV: Was ist legal und was illegal? Der große Ratgeber.
Quellen: justiz-bayern.de, schwaebische.de
Bild im Artikel: © IPTV-Anbieter.info
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